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Gottesdienst und Kinderbespa▀ung

Autor: AlmaKlaes | Datum: 31 August 2015, 14:09 | 0 Kommentare

Tag 2 im Jugendcamp. Wir werden gegen acht Uhr zum Frühstück ins Missionshaus gebracht. Wieder gibt es Ei und Toast, zusammen mit Milo, einem Kakaogetränk.

Nach dem Frühstück gehen wir zum Gottesdienst. Leider ist der Großteil des Gottesdienstes, wie Predigt und Gesang auf Eve, also unverständlich für uns und damit ziemlich langweilig. Naja, nachdem uns eine freundliche Dame ihr Gesangbuch geliehen hat, können wir zumindest mitsingen. Unser Akzent ist zwar vermutlich furchtbar, aber das stört hier zum Glück niemanden. 

Nach einiger Zeit tauscht Sara mit einem kleinen Mädchen den Platz, damit das Mädchen eine bessere Sicht bekommt. Dadurch sitzt die Kleine nun zwischen Patrizia und mir. Während sie zunächst ziemlich schüchtern ist, traut sie sich nach einer Weile meine Arme zu berühren. Als ich ihr lächelnd meine Hände entgegenstrecke, beginnt sie meine Finger zu zählen - auf Englisch und Eve. In der Zwischenzeit klettert ein weiteres kleines Mädchen, vielleicht 2 Jahre alt, auf meinen Schoß, wo sie wenig später einschläft. Ihre Großmutter nimmt sie mir ab.

Anschließend spiele ich weiterhin mit dem kleinen Mädchen neben mir. Es macht ihr viel Spaß eine Münze in meinen Fäusten zu suchen, indem sie meine Finger einzelnd aufbiegt. Je länger ich mit ihr spiele, desto aufgeschlossener und auch frecher wird sie. Schließlich zählt sie auch Niklas Finger ab. Die Kleine entwickelt auch ein großes Interesse für die leeren Wasserflaschen, die wir in unseren Taschen dabei haben. Immer, wenn im Gottesdienst applaudiert wird, trommelt sie mit den Flaschen.

Während des Gottesdienstes sind mir immer wieder die Kinder aufgefallen, die nicht am Gottesdienst teilnehmen, sondern draußen spielen. Sie beobachten uns durch die geöffnete Tür und fotografieren uns sogar mit einem Handy. Je länger sie uns beobachten, desto näher rücken sie an die Tür, neben der wir sitzen. Ich stelle fest, dass sie versuchen, meine Handbewegungen und auch meine Mimik nachzuahmen. Um sie zu ärgern, schneide ich einige Grimassen. Ihre Versuche, diese nachzuahmen, sind wirklich sehr lustig. 

Als wir den Gottesdienstraum verlassen, weichen die Kinder zwar zurück, beobachten uns aber immer noch. Sara und ich versuchen mit den Kindern zu sprechen, was sich allerdings als ziemlich schwierig gestaltet. Die ältesten Kinder sind vielleicht sechs oder sieben Jahre alt und sprechen noch kein oder nur sehr wenig Englisch. Deshalb stellen wir ihnen einige Bewegungsspiele vor, wie "Ich bin ein kleiner Vogel" und "Wir gehen heut auf Bärenjagd". Beides funktionierte allerdings nur sehr improvisiert. Man sollte sich vielleicht vorher überlegen, was die korrekte Übersetzung ist und in welcher Reihenfolge welche Bewegungen kommen. Aber das Wichtigste ist ja, dass die Kinder Spaß hatten und das haben wir auf jeden Fall erreicht.

Nach gefühlten 100 Durchgängen von "Ich bin ein kleiner Vogel" und gefühlten 1.000.000 Mal Cobra (ein Handschlag, der der Bewegung einer Kobra nachgeahmt ist), brauchen Sara und ich dringend eine Abwechslung. Wir versuchen mit den Kindern fangen zu spielen, aber aufgrund der sprachlichen Barriere klappt das nicht so richtig. Wir zeigen den Kindern zwar, was wir meinen, aber sie verstehen es nicht richtig.

Als wir feststellen, dass das Fangenspielen nicht wirklich gut funktioniert, kommt mir die Idee Plumssack zu spielen. Diesmal klappt das Erklären besser, da unser Fahrer Eric die Regeln auf Ewe übersetzt. Zwar werden diese von den Kindern etwas abgewandelt, aber eigentlich gefällt mir diese Version viel besser als das Original. Die Kinder haben auf jeden Fall viel Spaß und finden es besonders toll, wenn einer von uns vier Freiwilligen eines der Kinder fangen muss. Besonders die kleinen Kinder (ca. 2 bis 3 Jahre alt) werden sehr stark integriert. Einerseits unterstützen sich die Kinder total, andererseits kennen sie aber auch keinen Gnade, wenn es darum geht ein anderes Kind zu fangen und ins faule Ei zu schicken.

Nachdem wir ungefähr eine halbe Stunde gespielt haben, bin ich zunehmend erschöpft. Wir spielen in der prallen Sonne und müssen auch noch verhältnismäßig häufig rennen. Daher lösen wir das Plumssackspiel auf und ziehen in den Schatten um. Dort spielen wir noch einige ruhigere Spiele, bis wir zum Essen gerufen werden und wir unsere schöne Spielstunde leider abbrechen müssen. Wir verabschieden uns mit der Kobra, wieder gefühlte 1.000.000 Mal. Gut, dass unser Nachbar Fidel uns diesen Handschlag in den vergangenen Tagen beigebracht hat.

Nach dem Abendessen ist es auch schon wieder Zeit für uns nach Hause zu fahren. Erneute zwei Stunden Fahrt nach Ho liegen vor uns. Diesmal kann ich sie aber viel mehr genießen, da ich weniger müde bin und mir die Landschaft ansehe. Auch die eigenwillige Fahrweise von Eric empfinde ich diesmal als weniger schlimm.

Abends treffen wir uns noch mit Fidel, der unsere Instant-Hühnersuppe probiert. Wir unterhalten uns über die verschiedenen Unterrichtsmethoden in Ghana und Deutschland und auch über verschiedene Arten von Lehrern. 

Obwohl ich zwischendurch so meine Bedenken bezüglich des Wochenendes hatte, habe ich es doch sehr genossen und bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.

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