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Weihnachten in Togo

Autor: AlmaKlaes | Datum: 17 Januar 2016, 15:52 | 0 Kommentare

Die Advents- und Weihnachtszeit in Togo ist wirklich extrem anders als in Deutschland.

„Adventszeit“ in Deutschland bedeutet für mich ein Adventskranz, geschmückte Wohnungen, Geschäfte etc. und auch gewisse Rituale, wie das abendliche Lesen aus dem Adventsbuch, ein Adventskalender, Kekse backen und so weiter.

In Togo sieht das ganze etwas anders aus... Von der Adventszeit merkt man hier so gut wie nichts. Es gibt keine geschmückten Häuser oder gar Straßen, nicht mal die Kirche ist während der Adventszeit geschmückt. Kekse werden hier sowieso nicht gebacken und auch Adventskalender habe ich nur in Lomé gesehen. Der einzige Hinweis auf den Advent sind die Adventstexte, die jede Woche im Gottesdienst vorgelesen wurden, aber da sie, wie immer, auf Ewe waren, habe ich sie natürlich nicht verstanden. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich jemals die Kälte des deutschen Winters vermissen würde, aber zu Weihnachten ist man eben doch an Kälte, Regen oder Schnee und Dunkelheit gewöhnt.

In der Schule haben wir den Kindern während der Adventszeit das schöne, deutsche Weihnachtslied „Stille Nacht“ beigebracht, das es übrigens auch auf Ewe gibt. Ansonsten hat man auch in der Schule nichts von Advent und Weihnachten gemerkt, außer, dass das Trimester geendet hat und deshalb in der letzten Woche vor den Ferien (Ferienbeginn: 18. Dezember) die Abschlussklausuren geschrieben wurden. Auch das lief etwas anders ab, als man das aus Deutschland kennt. In Deutschland gibt es Klausurblöcke. Hier gab es eine Woche, in der in allen Fächern Klausuren geschrieben wurden, über den gesamten Stoff des Trimesters. Deshalb wurden zwei bis drei Klausuren pro Tag geschrieben. Meiner Meinung nach ist das ziemlich sinnfrei, da man sich nach der ersten Klausur sowieso nicht mehr richtig konzentrieren kann. Die Woche muss jedenfalls ziemlich anstrengend für die Schüler gewesen sein. Für mich war sie nicht ganz so anstrengend, wir hatten Dienstag und Mittwoch frei, Donnerstag saß ich in einer Klausur als Aufsicht mit drin und Freitag wurde Deutsch geschrieben. Freitag abends sind wir dann noch mit den Kollegen was trinken gegangen. Die Lehrer waren ganz erstaunt, dass ich kein Bier getrunken (so als Deutsche), sondern lieber youki cocktail de fruit, eine togolesische Limonade, bevorzugt habe. Außerdem waren sie der Meinung, dass eine Diabetikerin keine gezuckerten Getränke trinken darf.

Während dieser Veranstaltung habe ich den Mathelehrer Koffi auch ziemlich enttäuscht, fürchte ich, da ich lieber neben dem Politiklehrer sitzen wollte. Niklas meinte dann zu ihm, dass er mich über den Tisch doch viel besser beobachten könnte. Alles in allem hat es aber echt Spaß gemacht, nochmal was mit jemandem außer Niklas zu machen. Die Lehrer sind ja auch wirklich alle sehr nett.

Das Weihnachtsfest selbst war auch ziemlich anders als zu Hause. Kein Weihnachtsbaum, kein richtiger Weihnachtsgottesdienst... Zumindest war die Kirche am Heiligen Abend geschmückt, ziemlich kitschig mit Partygirlanden, blinkenden Lichterketten und einem künstlichen Miniweihnachtsbaum. Abends gab es etwas Gottesdienstähnliches, also eine Veranstaltung, in der die Kinder des Kindergottesdienstes verschiedene Tänze, Lieder und Texte vortrugen. Das haben sie auch wirklich gut und süß gemacht, aber es war eben kein richtiger Weihnachtsgottesdienst. Keiner der Chöre war da, kein Pastor und ich bin mir auch nicht sicher, ob der Text, den die Kinder auf Ewe vorgetragen haben, wirklich die Weihnachtsgeschichte war. Ansonsten war der Tag nichts besonderes, meine Weihnachtsgeschenke sind nicht rechtzeitig angekommen und der Gottesdienst war so spät, dass ich nur noch kurz mit meinen Eltern sprechen konnte.

Am ersten Weihnachtsfeiertag war dann ein richtiger Gottesdienst, aber auch ziemlich ausgedünnt, weil alle Geschäfte geöffnet hatten und somit viele Leute arbeiten mussten. Wir waren aber bei Albert und Donata zum Mittagessen eingeladen, es gab Pâte rouge mit Hühnchen. Wir haben auch beim Vorbereiten geholfen, zumindest ein bisschen, obwohl Albert das eigentlich nicht wollte. Nach dem Essen haben dann alle zusammen ferngesehen, da gab es dann auch mal richtige Weihnachtssendungen. Irgendwann sind dann alle ins Bett gegangen und wir wurden nach Hause geschickt. Dann habe ich mit meiner Familie telefoniert. Abends hat Albert uns dann noch Erbsensuppe vorbeigebracht, in der sogar Würstchen waren.

Vom zweiten Weihnachtsfeiertag hat man dann gar nichts mehr gemerkt.  

Sylvester wiederum wurde viel stärker gefeiert als Weihnachten. Der Gottesdienst zwischen 22 Uhr und Mitternacht war rappelvoll, was man von dem an Heiligabend nun nicht wirklich sagen konnte. Überhaupt hatte man das Gefühl in eine riesige Party gestolpert zu sein, es wurde viel getanzt, gesungen und ich wurde von teilweise wildfremden Leuten umarmt. Allerdings gab es kein richtiges Feuerwerk wie in Deutschland. Stattdessen wurden den ganzen Abend ab und zu Raketen abgefeuert, wie es aber schon seit ca. 1 Monat durchgehend getan wurde. 

Neujahr waren wir wieder bei Albert eingeladen, diesmal zum Fufu stampfen. Das durften wir dann natürlich auch ausprobieren...

Lustig war auch, dass am 2. Januar alle Geschäfte etc. zu hatten, weil sich alle - laut Albert - von den Feiertagen erholen mussten. Offiziell ist das hier in Togo kein Feiertag mehr, es klang eher so, als hätten sich alle einfach stillschweigend darauf geeinigt diesen Tag noch mit an die Feiertage dranzuhängen...

 

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